Paulo Coelho
„Die Welt verändert sich nicht durch deine Meinung, sondern durch dein Vorbild.“
Unser Hauptprogramm
Schule voller Lösungen
Nachhaltigkeit und Umweltschutz sind fest in unseren Bildungsplänen verankert – als Leitperspektive BNE (Bildung für nachhaltige Entwicklung) sollen sie in jedem Fach mit einbezogen werden. Doch unseren Schulen wird in diesem Bereich nur wenig Orientierung gegeben, wie das konkret umgesetzt werden kann. Das heißt in der Praxis, dass das Wissen darüber wie wir in unserer Welt nachhaltig leben können, häufig untergeht oder nur eine Nebenrolle spielt.
Hier kommen wir ins Spiel: wir haben ein Programm entwickelt, das Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) dauerhaft, effektiv und praxisorientiert in das Unterrichtsangebot aller Klassen der Schule integriert. Es werden Erfahrungs- und Lernräume im Grünen geschaffen, die zum Lernen, Bewegen und Erleben einladen. Die Selbstwirksamkeit der Schüler*innen wird gefördert, der Alltag der Familien mit dem Unterricht verknüpft, sowie Verbindungen hergestellt zur Gemeinde und zu anderen Aktiven in der Region. Unser Zielbild ist eine starke Gemeinschaft innerhalb und außerhalb der Schule, die Schritt für Schritt Veränderungen vor Ort umsetzt.
Schulen voller Lösungen begleiten wir vier Jahre lang auf ihrem Weg dieses Konzept Stück für Stück wirkungsvoll im Schulalltag umzusetzen. Im Schuljahr 2026/2027 starten wir mit Grundschulen. Eine Erweiterung für weiterführende Schulen oder Kindergärten ist geplant.
Einrichtung eines Lernortes in der Natur…
…Einführung und Unterstützung bei je einem schülergesteuerten Projekt pro Schuljahr…
…aktive Einbindung der Familien zu Hause über die „Lösungspost“…
…und die zusätzliche Überarbeitung aller Fächer im Bereich BNE.
Mehr Wertschätzung für unsere Natur ist eine wichtige Grundlage für unser Programm – denn wer weiß wie wertvoll unser natürliche Umwelt ist, der wird sie automatisch auch schützen wollen. Wie das im Alltag konkret funktioniert erfahren sowohl Kinder, als auch Erwachsene – ganz konkret im schulischen und familiären Alltag.
"Dieses Jahr mit euch und den liebevollen Paketen hat uns sehr viel Spaß gemacht und zum Nachdenken angeregt. Ich merke, dass es dauert neue Routinen zu entwickeln. Aber wir übernehmen mehr als wir denken."
Teilnehmer*in 2023
"Ich bin sehr froh mit meiner Familie an diesem Projekt teilnehmen zu dürfen. Selbst hätte ich solche Informationen und Bereicherungen nicht gefunden. Dabei ist es soooo einfach... Herzlichen Dank!"
Teilnehmer*in 2025
So funktionierts
Die vier Hauptbausteine
Lernort in der Natur
Die Einrichtung, sowie langfristige und regelmäßige Nutzung eines Lernortes in der Natur für alle Klassen hat das Ziel erlebbar zu machen, dass wir in natürliche Kreisläufe eingebunden sind. Unser Ziel dabei: mehr Wertschätzung für unsere Natur und das Wecken der intrinsischen Motivation sich für unsere Umwelt einzusetzen.
Ganz nebenbei werden weitere wichtige Aufgaben von Schulen erfüllt wie Bewegung im Unterricht oder die Förderung sozialer Kompetenzen.
Schülergesteuertes Projekt
Pro Schuljahr erhält jede*r Schüler*in die Möglichkeit sich gemeinsam oder alleine in einem selbstgewählten Bereich für unsere Umwelt einzusetzen oder zu forschen. Um die Kinder bei der Umsetzung ihrer Pläne auch wirkungsvoll betreuen zu können, brauchen die Lehrer*innen personelle Unterstützung. In den ersten Jahren sind wir deshalb selbst an den Schulen vor Ort und begleiten Schüler* und Lehrer*innen in den Projektphasen. Gleichzeitig unterstützen wir die Schulen dabei langfristige Kooperationen zum Beispiel mit BUND Gruppen oder lokalen Klimainitiativen aufzubauen.
Verknüpfung mit dem Alltag in den Familien
Eine nachhaltige Lebensweise hat viel mit der Alltagsgestaltung und den Gewohnheiten zu Hause zu tun. Über die “Lösungspost” beziehen wir deshalb die Familien aktiv mit in den Unterricht ein: Jede*r Schüler*in bearbeitet in den vier Jahren Grundschulzeit insgesamt 12 mal Themenbereiche wie Einkaufen, Mobilität, Mediennutzung oder Sauberkeit & Hygiene. Sie werden im Unterricht aufgegriffen, in Form von Anleitungen, Bildern, Materialien sowie Links zu weiterführenden Informationen mit nach Hause genommen, dort erprobt und und die Erfahrungen im Unterricht wieder aufgegriffen. Dies bietet motivierende Schreib-, Austausch- und Rechenanlässe.
BNE in allen Fächern
Letztendlich bieten wir eine Übersicht der möglichen Verbindungen der Themen im Bereich BNE mit den Themenbereichen aller Fächer in allen Jahrgangsstufen der Grundschule. Wir entwickeln praxistaugliche Materialien für den Unterricht und Empfehlungen für eine handlungsorientierte Umsetzung. Auch das Miteinbinden bereits bestehender außerschulischer Partner und das Herstellen von Kontakten spielt eine zentrale Rolle und vereinfacht das Arbeiten vor Ort. Zu guter Letzt bieten wir Fortbildungen für Lehrer*innen, die schulen, vernetzen und zum Austausch anregen.
So funktionierts...
Konkrete Beispiele
Ihr habt Schwierigkeiten euch unser Programm konkret vorzustellen? Lasst uns deshalb in zwei Beispiele aus der Themenwelt der ersten Klasse im Bereich der Lösungspost eintauchen. Wir hoffen, dass die zwei Beispiele verdeutlichen wie die Kinder im Laufe ihrer Schulzeit die übergeordneten Themen der Nachhaltigkeit immer wieder aus unterschiedlichen Blickwinkeln praktisch erkunden und erleben dürfen. Dadurch entsteht vernetztes Wissen, praktische Handlungsfähigkeit und die Motivation etwas bewirken zu können. Die Beispiele spiegeln Teile der beiden Punkte „Vernetzung mit den Familien zu Hause“, sowie „BNE in allen Fächern“ wider – durch die Kombination mit den beiden anderen Punkten „Etablierung eines Lernortes in der Natur“, sowie „Durchführung von schülergesteuerten Projekten“ werden diese Erfahrungen noch intensiviert. Außerdem werden Anreize geschaffen die Vorbildfunktion der Schule und Lehrkräfte als Ganzes in den Blick zu nehmen und auch hier möglicherweise Dinge zu verändern und anzugehen.
Beispiel 1 - Wir organisieren ein müllfreies gesundes Frühstück
Die Klassen erhalten die Aufgabe ein müllfreies und gesundes Klassenfrühstück zu organisieren. Dieses Thema findet sich im Bildungsplan, bietet die Möglichkeit sich mit Mülltrennung und -vermeidung im Allgemeinen zu beschäftigen und den Klassenraum aktiv mitzugestalten – ganz nebenbei stärkt es die Klassengemeinschaft und schafft eine wertvolle Möglichkeit sich besser kennenzulernen. Wir, also das Team von Eine Welt voller Lösungen, kommen für eine Doppelstunde an die Schule und stellen mit den Kindern aus mitgebrachten, alten und ausrangierten Stoffen Beutel her, mit denen die Kinder unverpackt einkaufen gehen können. Dabei bieten wir zwei Schwierigkeitsstufen an – die Beutel können entweder oder ohne Nähen hergestellt werden.
Die fertigen Beutel nimmt jedes Kind mit zu sich nach Hause. Die Schüler*innen bekommen nun die Hausaufgabe die ihnen zugeteilten Dinge für das Frühstück gemeinsam mit der Familie müllfrei zu besorgen und ihre Erfahrungen in Fotos festzuhalten. Aus diesen Fotos wird ein kleines Album/Geschichtenbuch gestaltet. Natürlich kann auch das Frühstück selbst in Bildern festgehalten werden.
Im November und Dezember wird das übergeordnete Thema Müllvermeidung unter anderem Anlass wieder aufgegriffen: Die Klasse veranstaltet ein Adventswichteln, das wiederum ohne Müll auskommen soll. Hierfür testen die Kinder im Unterricht unterschiedliche Möglichkeiten Geschenke müllfrei zu verpacken. Auch hier können Bilder für das Geschichtenbuch gesammelt werden.
Beispiel 2 - Unsere Wiese ist essbar: Kräutersalz herstellen
Im Bildungsplan der ersten Klasse spielt im Sachunterricht das Thema „Lebensraum Wiese“ eine Rolle. Wir greifen dies auf und kommen wiederum für eine Doppelstunde an die Schule. Bei einem Ausflug zu einer naturnahen Wiese in direkter Umgebung der Schule (vielleicht auch schon im grünen Klassenzimmer der Schule?) sammeln die Kinder essbare Wildkräuter und stellen ein Kräutersalz her.
Die Kinder bekommen im Voraus die Aufgabe geeignete Behälter für das Salz von zu Hause mitzubringen ohne welche kaufen zu müssen. Zusätzlich erhalten die Familien über die Lösungspost mehrere Rezepte mit Wildkräutern – als Hausaufgabe sollen die Kinder mindestens eines dieser Rezepte mit ihren Familien ausprobieren und ihre Erfahrungen in Fotos für das Geschichtenbuch festhalten.
Außerhalb der Schule findet im gleichen Zeitraum für alle Interessierten aus der Gemeinde ein Workshop zum Thema „Kochen mit Wildkräutern“ statt, bei dem die Kinder der Schule mitwirken könnten.
